Geschichte

„Wer weiß, ob wir noch einmal den zauberhaften Klang des Lebens werden hören können? Wer weiß, ob wir uns in die Ewigkeit werden einweben können – wer weiß."

Salmen Gradowski schrieb diese Zeilen als Häftling in Auschwitz und er vergrub sie in einer Blechbüchse unter einem Krematorium. Diese Worte müssen Aufforderung sein, eine Aufforderung dazu, nicht zu vergessen, keinen Schlussstrich unter unsere Geschichte zu ziehen, sondern sich zu erinnern – und so verstehen wir am Bergstraßen-Gymnasium unseren Geschichtsunterricht. Wir sind das, was die Geschichte aus uns gemacht hat. Deswegen müssen wir aus der Geschichte lernen, um unserer Verantwortung für die Gegenwart und für die Zukunft nachkommen zu können. So ist es ein Ziel des Geschichtsunterrichtes, einen aktuellen Gegenwartsbezug herzustellen und den Schülerinnen und Schülern klarzumachen, dass Geschichte nichts Verstaubtes ist, sondern mit uns heute zu tun hat. Deswegen beschränkt sich der Geschichtsunterricht am Bergstraßen-Gymnasium nicht nur auf den „bloßen“ Unterricht, sondern zahlreiche Projekte außerhalb des Klassenzimmers ergänzen das pädagogische Profil. Im Mittelpunkt steht dabei die Erinnerung an den Holocaust.

Jedes Jahr begehen wir am 27.1. den Holocaustgedenktag, indem wir Zeitzeugen einladen wie die Theresienstadt-Überlebende Liesl Binzer, Filmprojekte mit Vor- und Nachgesprächen etwa zu „Schindlers Liste“ oder „Jud Süß“ durchführen, Lokalgeschichte anhand der Hemsbacher Stolpersteine kennen lernen, Studienfahrten zum Beispiel nach Berlin mit vielen Bezügen zum 3. Reich organisieren oder das Konzentrationslager Natzweiler-Struthof besuchen.

Aber auch in den anderen Klassenstufen wird Geschichte etwa durch den Besuch des Reiß-Engelhorn-Museum in Mannheim zur Mumienausstellung oder Kinoabenden erlebbar gemacht.

So versuchen wir als Geschichtsfachschaft am Bergstraßen-Gymnasium den Worten von Bundespräsident Fank-Walter Steinmeier aus seiner berührenden Rede in Yad Vashem Taten folgen zu lassen:   

„Und es bleibt die eine Antwort: Nie wieder! Niemals wieder! Dieses Deutschland wird sich selbst nur dann gerecht, wenn es seiner historischen Verantwortung gerecht wird:

Wir bekämpfen den Antisemitismus! Wir trotzen dem Gift des Nationalismus!

Wir schützen jüdisches Leben!

Und ich weiß, ich bin nicht allein. Hier in Yad Vashem sagen wir heute gemeinsam: Nein zu Judenhass! Nein zu Menschenhass!

Im Erschrecken vor Auschwitz hat die Welt schon einmal Lehren gezogen und eine Friedensordnung errichtet, erbaut auf Menschenrechten und Völkerrecht. Wir Deutsche stehen zu dieser Ordnung und wir wollen sie, mit Ihnen allen, verteidigen. Denn wir wissen: Jeder Friede bleibt zerbrechlich. Und als Menschen bleiben wir verführbar.“

Wir sind glücklich, wenn es uns gelingen sollte, unseren Schülerinnen und Schülern eine kleine Handlungsapotheke mit auf ihren Lebensweg geben zu können, immun zu werden gegen falsche Verführbarkeit.